Mittwoch, 4. März 2015

Ruinenstadt Christchurch

Wir gelangen nach einem Horrortrip durch brüchige Einbahnstraßen, Bauhütchenparkoure und einen Verbotsschilderwald im Zentrum von Christchurch an. Die Stadt erholt sich noch immer von der Zerstörung durch das Darfield-Erdbeben im September 2010 (Stärke 7,1) und das Christchurch-Erdbeben im Februar 2011 (Stärke 6,3).

Die seismologischen Aktivitäten haben der Stadt arg zugesetzt, doch diese lässt sich davon nicht entmutigen. Aus der provisorischen Lösung, Waren direkt aus den Containern zu verkaufen, ist eine kultige bunte Container-Shoppingmeile geworden :)

Wir machen einen Rundlauf durch den Stadtkern (bzw. was davon übrig ist) und merken wie unsere anfängliche Abneigung gegen die Ruinenstadt in ehrfürchtige Bewunderung umschlägt.

In der ganzen Stadt sprießt Kunst wie junges Grün nach einem Waldbrand aus dem Boden. Baustellenzäune werden mit Kunstarragements aufgepeppt, Straßen mit kleinen Verkehrsschäfchenskulpturen gesperrt und Gebäuderuinen mit Wandbildern und Plakaten verziert.

Wir finden diesen Spirit großartig. Diesen Mut, nach einem Rückschlag nicht aufzugeben und das Beste aus seiner Situation zu machen.

Der Spaziergang durch Christchurch lässt uns mit gemischten Gefühlen zurück. Wir finden es erstaunlich, dass aus der größten Zerstörung die schönste Kunst entwächst und sehen all diese Werke als Tribute an die 185 Menschen, die bei dem Nachbeben 2011 ihr Leben verloren haben.

"185 Quadratmeter Rasen symbolisieren neues Wachstum und Regeneration.
185 weiße Stühle, zweifach lackiert als Akt des Einprägens.
Diese Inszenierung ist zeitlich begrenzt - genau wie das Leben." (Pete Majendie, der Künstler)

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