Mittwoch, 14. Januar 2015

The Pinnacles

Die letzten zwei Tage waren echt anstrengend! Meine Mit-Wwoofer Karina, Sofia und ich sind in einem zweitägigen Hiking-Track die Pinnacles hochgekraxelt.

Der Pfad wurde vor knapp hundert Jahren angelegt, um Versorgungsgüter zu den Kauri-Holzfällern auf den Berg zu bringen. Es wurden steinerne Treppen angelegt, deren Stufen nicht selten einen halben Meter hoch sind. Ich kann euch sagen, das war ganz schön anstrengend! Vier Stunden lang diese hammermäßigen Stufen hochzuklettern lehrte mich Respekt vor den Vorfahren und den enormen körperlichen Anstrengungen, denen sie trotzten.

Ich merke, dass mir fürs professionelle Hiking die richtige Ausrüstung fehlt. Mein Rucksack hat keine Luftzirkulaton und klebt mir wie ein nasses Blatt am Rücken. Sofie ist so nett mir mit ihrem auszuhelfen.
Sie ist erprobter Kletterprofi und bestens ausgestattet! Ohne Mühe stapft sie tapfer über Stock und Stein in ihren ledernen Wanderschuhen während ich in meinen billigen Turnschuhen jeden Stein unter der dünnen Sohle spüre. Sollte ich einen der mehrtägigen Great Walks in Angriff nehmen wollen, dann muss ich mir bessere Ausrüstung leisten...

Ihr könnt euch vorstellen, dass ich sehr erleichtert war, als wir nach vier Stunden durch unwegsames Gelände die Hütte erreichten. Das DOC (Department of Conservation) unterhält überall im Land Hütten für müde Wanderer. Im Voraus gebucht bieten sie einem einen günstig gelegenen Schlafplatz. Nach einer Portion Spaghetti und einer kleinen Ruhepause in der Hütte sind wir dann zum Gipfel hochgeklettert, um uns den Sonnenuntergang anzusehen.

Mein Wasservorrat war bereits durch den Aufstieg aufgebraucht und da es in der spartanischen Hütte nur Regen- oder Flusswasser gibt, mussten wir es erst abkochen um es sicher trinkbar zu machen. Dumm nur, wenn man keine Metalltrinkflasche hat xD
Also das Wasser für den Abend vorbereitet und abkühlen lassen, um es einfüllen zu können. Es schmeckt etwas gewöhnungsbedürftig, aber ich war wirklich durstig, daher machte es mir nichts aus.

587 (normale) Treppenstufen und 40m Freiklettern später erreichen wir den Gipfel der Pinnacles. Von hier aus kann man beide Seiten der Coromandel sehen - Tairua und  Pauanui auf der einen Seite, Thames and Hauraki auf der anderen. Die Aussicht ist hart erarbeitet und schlichtweg atemberaubend.

Dort sitzen wir, auf dem Dach der Coromandel, zwei Deutsche und eine Norwegerin, die sich erst seit drei Tagen kennen und trotzdem zusammen einen Berg erklommen haben neben zwei Italienern und vier Aucklandern, und sehen einvernehmlich zu wie die Sonne am Horizont versinkt <3

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