Donnerstag, 1. Januar 2015

Silvester an der Cathedral Cove

Dieses Jahr habe ich sicher das abwechslungsreichste und ungewöhnlichste Silvester ever verbracht!

Unsere Gruppe bestehend aus Prissi, Paula und der Französin Sonia sowie mir, hat für den 31.12. mal ein Auto gemietet.
Mit dem Leihwagen wollen wir die Küste entlang fahren und unseren Termin in Hahei wahrnehmen.

Morgens früh kommen wir beim Autoverleih an und freuen uns über einen schnieken weißen Mazda, den wir für unseren Leihwagen halten - zu früh gefreut! Wir bekommen stattdessen einen klapprigen alten Toyota, dessen Bremsen ruhig mal erneuert werden könnten...

Mit diesem Gefährt ausgestattet beginnt der Tag. Ich fahre die erste Etappe (im Linksverkehr!) von Coromandel Town bis Whangapoua, wo wir uns den New Chums Beach ansehen wollen - den wohl schönsten Strand der Coromandel.

Ich stelle das Auto vor einem Infoschild ab, da der Strand nicht direkt zu erreichen ist.
Der Hinweis "Getting there is half the experience" lässt vermuten, dass der Weg wieder mal abenteuerlich wird.

Tatsächlich passieren wir einen Strand, ziehen die Schuhe aus, um durch einen Fluss zu waten, ziehen die Schuhe wieder an, um über die Felsen zu springen und klettern dann über einige Bäume und deren Wurzeln in die Bucht hinein.

Die Luft riecht salzig und wird von einem sanften Meereswind herangetragen. Ein wirklich schöner Strand, wo wir ein zweites Frühstück einnehmen und dann zum Auto zurück gehen.

Wir stoppen das nächste Mal in Whitianga, um zu essen (gucken dann aber nur nach Sommerkleidern xD) bevor wir nach Hahei zu unserem Termin aufbrechen. Für Prissi, Paula und mich ist nämlich eine Kayak-Tour zur Cathedral Cove gebucht!

Schnell in den Bikini geschlüpft und dann geht es nach einer kurzen Anleitung bereits raus auf die Wellen. Ich sitze hinten, steuere und paddele angestrengt und merke ebenso wie der Australier Nathan (der buchstäblich im selben Boot sitzt) schnell, dass Kayakfahren in die Arme geht.

Zwischendurch versammeln wir fünf Boote uns auf dem Wasser und bilden ein Floß, um nicht auseinander zu treiben, wenn unser Guide Tom ein paar Geschichten über die Region zum besten gibt, damit wir eine Paddelpause bekommen.

Nathan und ich sind ein super Team, sodass wir die Cathedral Cove nach einer Stunde nass aber glücklich erreichen und am Strand anlegen, um ein paar Fotos zu machen.

Die eigentliche Höhle, die sich wie eine Kathedrale über den Strand spannt, ist leider bereits halb von der Flut erfasst... das hält die Mädels und mich jedoch nicht davon ab, hineinzugehen!
Wir bilden uns ein, schneller als die Wellen zu sein und kommen zur Strafe allesamt bis zur Hüfte klitschnass in der Höhle an. Bloß gut, dass die Kamera in einer wasserdichten Tasche ist!

Nach der Fotoscession bekommen wir einen heißen Kakao (den wir, halb erfroren durch Nässe und Wind, dankbar annehmen :) und einige Kekse. So gestärkt besteigen wir wieder die Boote und rudern den Umweg durch einen kleinen Tunnel zum Strand zurück.

Ich bekomme mit jedem Paddelzug mehr Respekt vor Kupe, dem polynesischen Erstentdecker Neuseelands, der  wochenlang einem Schwarm Zugvögeln hinterher in einem Kanu übers Meer gefahren ist, um den Ort zu finden, an dem sie nisten. Beeindruckend.

Durchgefroren lege ich am Strand die Schwimmweste, die Regenjacke und den Slipper ab, der verhindert, dass Wasser ins Boot läuft. Und meine Hose ist nass von der Welle - meine einzige Hose!

Nach der lustigen Seefahrt brechen wir zu unserem dritten Tagesziel auf, dem Hot Water Beach, der in der weltweiten Top 10 der spektakulärsten Strände gelistet ist. Allerdings nicht wegen Aussicht, Fischen oder Vegetation, sondern wegen der heißen Thermalquellen, die unterirdisch verlaufen.

Zieht sich bei Ebbe das Wasser zurück, werden diese Stellen begehbar und wer eine Schaufel dabei hat, kann im Sand ein Loch graben, dass sich dann mit heißem Grundwasser füllt! Wie geil ist das denn? :D

Wir haben selbstverständlich eine Schaufel dabei und buddeln wie die Weltmeister einen Pool, der groß genug für uns vier ist. Das Meer überschwämmt immer wieder die Dämme und füllt den Pool mit kaltem Meerwasser, doch je mehr Leute zu bauen beginnen, desto besser werden die Sandwälle!

Es ist ein Spektakel so viele Menschen schaufeln zu sehen, (es herrscht wahre Goldgräberstimmung!) die einvernehmlich miteinander gegen das Meer eine natürliche Badewanne zu bauen versuchen. Und so entspannen wir in der Abenddämmerung in unserem selbst gebauten Pool und genießen das heiße Bad. Es dampft und manche Stellen sind so heiß, dass man Nudeln kochen könnte!

Irgendwann machen wir uns auf, weil wir um 00:00 Uhr nicht im Auto sitzen wollen und fahren Richtung Hostel.
Wir sind hier mitten im Nichts! Es gibt keine Laternen oder andere Autos. Vollkommen allein auf der Straße sehen wir nach einer Weile Blaulicht im Rückspiegel! xD
Absolutes Niemandsland und wir geraten in eine routinemäßige Alkoholkontrolle!
Haha wir hatten Spaß ^^ - natürlich waren wir alle nüchtern, schließlich haben wir uns abgewechselt beim Fahren!

Zum Neujahr haben wir dann im Hostelgarten mit Sekt angestoßen.

Ein großartiger letzter Tag in diesem Jahr geht zu Ende - Also Prost, ihr Lieben, und ein frohes neues Jahr 2015!

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