Dienstag, 16. Dezember 2014

Villa Kunterbunt - Bei Jan & Steve

Die Zeit fliegt und daher verlassen wir Judy und Logan bereits wieder und steigen in den Bus, der uns noch weiter nach Norden bringt.
Wir steigen in Kerikeri um und werden in Kaeo (das lediglich aus einer einzigen von Geschäften gesäumten Straße beateht) gleich von Steve, unserem nächsten Gastgeber, willkommen geheißen.
Steve ist groß, hat lange weiße Haare und einen weißen Bart, freundliche Augen und ein nettes Lächeln. Er trägt fleckige Shorts und Gummistiefel und einen großen braunen Hut. Die ganze Gestalt ist eine gelungene Mischung aus dem Weihnachtsmann und Crocodile-Dundee und führt uns nun rüber zu seinem Auto.
Dieser Anblick löste in mir das erste ubgläubige Grinsen aus. Es sollte nicht das Einzige bleiben.

Steve zeigt auf das Fahrzeug und erklärt, dies sei der rubbish truck, also der Müllwagen. Das erklärte zumindest die zwei auf der Ladefläche festgezurrten Mülltonnen...
Ohne viel Federlesen springt Steve auf den Truck, tritt ein paar Dosen zur Seite, die klimpernd davonrollen und zaubert schließlich zwei große Plastiksäcke hervor. Nun fordert er unsere Rucksäcke ein, die er zum Schutz vor dem in letzter Zeit allgegenwärtigen Regen darin wetterfest einpackt.

Dann quetschen Prissi und ich uns auf den Beifahrersitz. Mir fällt auf, dass der rechte Außenspiegel fehlt und dass die Sonnenblende auf der Fahrerseite mit Wäscheklammern fixiert ist.
Aber besser schlecht gefahren als gut gelaufen - nicht wahr? :)
Also holpert der Truck über die Landstraße, die sich in zahlreichen Windungen den Berg hoch schlängelt. Mit routinierten Manövern weicht Steve den Schlaglöchern aus, die die Straße einem schweizer Käse gleichen lassen.
Als wir jedwede Zivilisation endgültig hinter uns gelassen haben parkt Steve neben dem Briefkasten und rattert dann den schmalsten Trampelpfad hoch, den ihr euch vorstellen könnt!

Ich zähle drei verrostete, weiße Autos und zwei umgedrehte Boote, ehe das Haus in Sicht kommt. Ungläubig betrachten wir unsere Unterkunft für die nächsten paar Tage.
Auf der Internetseite hat Steve angegeben, sie wohnten in einer alten Villa - tja nun - wie alt ist denn diese Villa? Man weiß es nicht mehr so genau. Der Holzbau hat seine besten Jahre jedenfalls bereits hinter sich und trotzt nun tapfer den Unbilden des Wetters. In einem wüsten Schuppen gleich neben dem Haus türmen sich alte und uralte Gegenstände aller Art. Manche sind zwar verrostet, aber noch erkennbar und andere sind von lauter Gras und Moos überwuchert.

Wir entfliehen dem Regen rein in die gute Stube und lernen Jan kennen, die gerade Brot backt. Wir setzen uns zu einem Tee und dann holt Steve das Mittagessen hervor. Ein befreundeter Fischer hat ihm zwei Hummer geschenkt, die er offenbar am Morgen schon gekocht hat, denn plötzlich schwingt er ein großes Messer und bricht den Panzer der Krustentiere mit einem ekligen Knacken auf.
Ich gebe zu, dass mir der Appetit auf Mittagessen vergeht >.<
Da ich jedoch nicht unhöflich sein möchte, probiere ich das Hummerfleisch tapfer. Es ist zart und dezent im Geschmack doch so richtig gut schmecken will es mir nicht.

Jan ist eine nette ältere Dame, die gern mal ein paar Wörter vergisst, die Steve ihr dann ergänzt. Es ist schon niedlich die beiden zu sehen :)
Dann muss Steve raus und sich um das Vieh kümmern. Jan spendiert uns ein paar Gummistiefel und zeigt uns derweil die Farm.
Es gibt Hühner und Enten, die sogar kleine Entchen haben :) als wir von den Kühen hören hoffen wir melken zu lernen, doch leider sind die Rinder alle männlich...

Also gehen wir lieber in den Gemüsegarten und das Ananas-Gewächshaus ;)
Nachdem wir ein paar saure, weiße Erdbeeren und grüne Kichererbsen probiert haben wird der Regen dann echt fies, sodass wir ins Haus gehen und ein paar Schachbrett-Kekse backen.

Am nächsten Tag zeigt Steve uns die Gegend und den Whangaroa Hafen. Wir entdecken einen Flipflop-Zaun, der uns zum Schmunzeln bringt, ehe eine Sturmwarnung uns wieder Heim scheucht.
Seither regnet es... und wir wollten eigentlich gern mit Steves Kanu durch die Mangroven fahren, die hier in dichten Wäldern im Schwemmland wachsen, doch das wird das Wetter wohl nicht mehr zulassen :/

Drückt uns die Daumen, dass es bis Freitag besser wird, denn da wollen wir am 90-Mile-Beach Sandsurfen gehen! :)

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